Als Frau alleine nach Marrakesch? Unser Erfahrungsbericht

Als Frau alleine nach Marrakesch? Unser Erfahrungsbericht

„Nach Marrakesch? Nur ihr zwei Mädels?“ Viele von euch schrieben mir vor und während unseres Trips, ob wir nicht Angst hätten alleine nach Marrakesch zu fliegen.

Um ehrlich zu sein, habe ich mir da vor dem Trip keine großen Gedanken gemacht. Ich war bereits 2016 für vier Tage in Marrakesch, damals allerdings mit der Marke Clinique und war etwas mit der Mentalität dort etwas vertraut. Damals waren wir jedoch immer in Gruppen mit einem einheimischen Stadtführer unterwegs. Dieses Mal waren Joana und ich alleine in der Stadt und es war definitiv wesentlich anstrengender – jedoch zu keinem Zeitpunkt angsteinflößend. Womit ihr rechnen müsst (wenn ihr ohne Mann reist): Man wird euch p-e-r-m-a-n-e-n-t ansprechen. Deswegen haben wir darauf geachtet, möglichst bedeckt unterwegs zu sein und gar nicht groß aufzufallen. In der Regel waren das lange Kleider und darüber ein Pulli oder ein Tuch. Die Haare haben wir zum Dutt gebunden und meist eine Sonnenbrille getragen. Auf zu viel Haut würde ich gänzlich verzichten, man passt sich nach ein paar Tagen automatisch etwas an den dortigen Kleidungsstil an.

Man läuft -das klingt jetzt echt etwas blöd- einfach weiter und ignoriert die Menschen. Wenn ihr aber an jeder Ecke stehen bleibt, werdet ihr euer Ziel nie erreichen. 😉 Vermeidet unsichere, hilfesuchende Blicke – denn ansonsten wird euch ebenfalls permanent Hilfe (gegen ein kleines Entgelt, haha) angeboten. Auf dem Souk ist mir außerdem sehr aufgefallen, dass häufig versucht wurde, uns Mädels Zeug aufzuschwatzen, obwohl wir zuvor deutlich gesagt haben, dass wir kein Interesse an den Produkten haben. Hier hilft ebenfalls nur schnelles Weitergehen – wären unsere Freunde dabei gewesen, hätte man ein ‚Nein‘ vermutlich schneller akzeptiert. Wenn ihr tatsächlich Interesse an einem Artikel habt – handelt unbedingt! Ich hatte zwischendurch immer ein schlechtes Gewissen, für handgemachte und gute Produkte den Preis zu drücken, allerdings wird zu Beginn ein viel zu hoher Preis  genannt, da es vielen Frauen da vermutlich wie mir geht. Joana war da allerdings knallhart und mit der ‚Good Cop, bad Cop‘ Taktik hatten wir den größten Erfolg. Zeigt nicht zu viel Begeisterung, seid eher abweisend und verhandelt dann knallhart. Ich mochte es nicht, allerdings zahlt ihr ohne Handeln viel zu viel. Kommt ihr nicht ins Geschäft, lauft einfach weiter – an jeder Ecke warten ähnliche und meist noch schönere Sachen.

Ansonsten gab es keinerlei Probleme und ich würde immer wieder mit einer Freundin nach Marrakesch reisen. In allen Riads und Restaurants wurden wir sehr freundlich empfangen und behandelt. Lediglich im letzten Riad, das weit außerhalb der Medina lag, (klick) haben wir uns etwas unwohl gefühlt. Wenn ihr aber darauf achtet, dass eure Unterkünfte zentral liegen, sollte auch dieses Problem gelöst sein. Meist waren wir gegen 22 Uhr wieder ‚zu Hause‘ und an keinem Tag feiern. Auf Alkohol haben wir ebenfalls gänzlich verzichtet.

Ganz alleine würde ich allerdings vermutlich nicht fliegen – dafür bin ich dann doch zu sehr Angsthase. Auch würde ich nachts nicht alleine durch die Gassen laufen – aber das mache ich in Deutschland meist auch nicht. Wenn ihr euch unwohl fühlt, könnt ihr euch auch immer deinen deutsch- oder englischsprachigen Guide buchen, der euch entspannt durch die Souks führt und euch nebenbei viele interessante Dinge erzählt.

Die Kultur und die Stadt sind einfach zu schön, um sie nicht gesehen zu haben – also Mädels, ab gehts. 🙂

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